Kreisverband, Bockhorn, Zetel

Berechtigter Optimismus? Zeteler Grüne sehen Chancen für den Walderhalt im Fuhrenkamp

23.06.2026 · von Wilhelm Wilken

Seit mehr als einem Jahr kämpfen die Zeteler Grünen mit vielen anderen um den Erhalt des Fuhrenkamper Waldes. Dort sollen rund 20 Millionen Tonnen Sand abgebaut werden, und das mitten in einem Wasserschutzgebiet, nahe der Kreisgrenze zu Wittmund. Jetzt kommen Hoffnungszeichen von den Zeteler Grünen.

„Es war zu erwarten, dass die Bevölkerung auf die Barrikaden geht. Ihr geht es schließlich um die Bewahrung des Waldes und um den Schutz elementarer Schutzgüter wie dem des Grundwassers, aus dem unser Trinkwasser gewonnen wird. Das sind grundlegende Bedingungen zum Leben und zugleich zur Beheimatung“. Das ist die Position der Zeteler grünen Ratsfraktion. Bernd Janssen, Mitglied der Grünen im Umwelt-, Klima- und Planungsausschuss der Gemeinde Zetel, hat dazu eine klare Haltung: „Dass unter dieser Prämisse dennoch vertragliche Vereinbarungen zum Sandabbau getroffen wurden, zeugt aus meiner Sicht mindestens von überhastetem Handeln und Ignoranz gegenüber der heimischen Bevölkerung. Natürlich brauchen wir auch Sand. Aber nicht auf Kosten von Umwelt und Natur. Es muss und es wird Alternativen dafür geben.“ Sein Fraktionskollege Jürgen Konrad aus Neuenburg ergänzt: „Wir haben mit Fachleuten aus der Wasserwirtschaft und aus den Ministerien gesprochen. Die Aussagen sind eindeutig und klar: Kahlschläge diesen gigantischen Ausmaßes in Wasserschutzgebieten sind verboten, sofern sie mit einer Nutzungsänderung einhergehen, hier also statt bisherige Forstwirtschaft künftig Sandabbau geplant ist. Mindestens gilt ein sogenannter ‚Genehmigungsvorbehalt‘.“ 

„Doch wer soll für solche massiven Eingriffe voller Gefahren für die dauerhafte Trinkwasserqualität eine Genehmigung erteilen? Die Grundwasserqualität kann zukünftig durch den Klimawandel leiden, weil mit der Erwärmung auch die Verkeimung zunimmt. Die Gülle- und Versalzungsproblematik ist ungelöst. Und nun großflächig schützende Böden und im Fall Fuhrenkamp eben auch wertvollen Wald zu zerstören, widerspricht eindeutig der Intention der entsprechenden Schutzverordnung des Landes Niedersachsen (SchuVoNi). Zudem gibt es unter dem Fuhrenkamp eine Fließrichtung des Grundwassers Richtung Wasserwerk Klein-Horsten“,  so der Sprecher der grünen Fraktion im Zeteler Gemeinderat, Wilhelm Wilken. Und fügt an: „Wir haben die Aussage, dass in der Landespolitik in Hannover an einer Vermeidung des Sandabbaus und des Kahlschlags gearbeitet wird. Das stimmt uns optimistisch. Wir bleiben am Ball. Wir kämpfen weiter für den Fuhrenkamper Wald“.


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