Kreisverband, Bockhorn, Varel, Zetel

Widerstand von Bündnis 90 / Die Grünen führt offenbar zum Umdenken: Grüne in Zetel und im Kreisverband Friesland sorgen für Nachdenken in Hannover und im Landkreis

08.02.2026 · von Rüdiger Schaarschmidt

Nachdem es lange so aussah, als wolle das Land Niedersachen und hier besonders die niedersächsischen Landesforsten den Abbau von Quarzsand in dem Naturschutzgebiet im Fuhrenkamper Forst erlauben, zeigt sich jetzt ein Richtungswechsel ab. Offenbar sind das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland jetzt bestrebt, den Fuhrenkamp in Zetel zu erhalten. Hier geht es um den Schutz von insgesamt 60 Hektar Wald und Grünland.

Blick in den Furhenkamper Forst. Bild: Wilhelm Wilken

Bislang schien die Situation festgefahren. Bewegung in die Sache brachte neben vielen Gesprächen Grüner Politikerinnen und Politiker in Hannover und Friesland offenbar auch der Besuch führender friesischer Grünen vor einigen Monaten in Hannover. An dem Gespräch im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nahmen neben Ministerpräsident Olaf Lies Ministerin Miriam Staudte und ihre Staatssekretärin Frauke Patzke teil. Für die friesischen Grünen waren damals die Kreisvorsitzende Dr. Jutta Helmerichs, die Landtagsabgeordnete Sina Beckmann, die Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Martina Esser sowie der Kreistagsabgeordnete Reiner Tammen dabei. 

Wilhelm Wilken, Sprecher der Zeteler Grünen und Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat in Zetel fast die Entwicklung zusammen: „In der Diskussion um die Abholzung der Waldfläche kommen die Ökologie, der Grundwasserschutz und die Erholungsfunktion viel zu kurz. Direkt nach den ersten Gerüchten, dass im Fuhrenkamp 50 Hektar Wald und 10 Hektar Grünland dem Sandabbau zum Opfer fallen sollen, sind wir aktiv geworden. Wir haben uns bei den Niedersächsischen Landesforsten informiert und fanden unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die Landesforsten hatten sich bereits mit einem Sandabbauunternehmen vertraglich geeinigt.“ „Das kann und darf so nicht sein", bekräftigen seine Fraktionskollegen Bernd Janssen und Jürgen Konrad im Zeteler Gemeinderat: „Nach der großen Demo im Juni vor Ort und der Resolution des Rates gegen die Rodungen, kommt nun hoffentlich die Einsicht zu ihrem Recht, dass wir nämlich mit unserer Erde, unserem Wald und unserem Wasser nicht verfahren können, als gebe es einen Planeten B. Landschaft, Wald, Boden und letztlich Grund- und Trinkwasser so großflächig abzuräumen bzw. womöglich zu gefährden, dazu sagen wir Grüne laut und deutlich NEIN!".

Inzwischen steht fest, dass für die Abbaugenehmigung von Quarzsand das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als Genehmigungsbehörde zuständig ist. Das LBEG ist dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen unterstellt. Und um Quarzsand geht es offenbar. „Als Grüne erwarten wir, dass Umwelt- und Klimaschutz auch im Wirtschaftsministerium eine zentrale Rolle spielen und bei allen wirtschaftspolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden“, stellt die grüne Landtagsabgeordnete Sina Beckmann klar. „Wir Grüne führen schon lange und sehr intensiv auf allen Ebenen Gespräche, weil es hier keine einfachen Antworten und keine einfachen Lösungen gibt. Deshalb ist hier Beharrlichkeit besonders wichtig und richtig.“

Die Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Friesland, Dr. Jutta Helmerichs ist froh, dass endlich Bewegung in die Sache kommt: „Unsere rot-grüne Landesregierung setzt sich für die Belange der Menschen in Friesland und für den Natur- und Umweltschutz ein. Ich bin optimistisch, dass der Landkreis Friesland im Zusammenspiel mit den zuständigen Ministerien in Hannover eine gute Lösung für die ökologische Waldentwicklung in Fuhrenkamp finden werden. Wir haben hartnäckig und lange in vielen Gesprächen auf allen politischen Ebenen versucht, Lösungen zu finden. Wir werden nicht lockerlassen, bis wir hier eine ökologisch vertretbare Lösung gefunden haben, die auch von den Menschen in Zetel und Friesland unterstützt werden kann.“ 

Jetzt geht es darum, mögliche Alternativstandorte in den Blick zu nehmen. Dabei geht es um Standorte, die aus der Sicht der Raumordnung, des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft besser geeignet sind. Jetzt ist der Landkreis Friesland am Zug, hier alternative Standorte zu finden und vorzustellen. Weitere Informationen unter https://gruene-friesland.de/. 


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