Grüne fordern Klarheit, wie die angekündigte ökologische Entwicklung von Friedrichsfeld konkret umgesetzt werden soll: Chance für Transparenz und naturverträgliche Nutzung des ehemaligen Truppenübungsplatzes
Für den ehemaligen Truppenübungsplatz Friedrichsfeld zwischen Varel und Bockhorn gibt es noch immer keine verbindliche, konkrete Entwicklungsperspektive ab, das zeigte sich nicht zuletzt bei der jüngsten Ausschusssitzung des Landkreises.

Für Friedrichsfeld gibt es seit einigen Jahren ein Entwicklungskonzept der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Das sieht vor, das rund 400 Hektar große Areal als eine der zentralen Kompensationsflächen für den Bau der A20 vorzusehen. Ziel ist die Entwicklung wertvoller Offenland-, Feucht- und Biotopverbundstrukturen sowie die ökologische Aufwertung des Gebietes.
„Die notwendigen Räumungsmaßnahmen haben in Bereiche eingegriffen, auf denen sich während der jahrzehntelangen militärischen Nachnutzungspause wertvolle Biotopstrukturen entwickelt hatten. Gerade deshalb erwarten wir jetzt Klarheit darüber, wie die angekündigte ökologische Entwicklung konkret umgesetzt werden soll.", so Waltraud Voß, Sprecherin der Grünen in Bockhorn und Mitglied im Bockhorner Gemeinderat.
Aktuell ist die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf dem Gelände mit der Kampfmittelräumung befasst. Auf dem weitläufigen Gelände werden bestimmte Bereiche so umgestaltet, dass sie Pflanzen und Tieren, die vom Bau des ersten Bauabschnittes der Autobahn betroffen sind, als neuer Lebensraum dienen können. Insbesondere wird Offenlandfläche für Kiebitze geschaffen, deren Brutgebiet durch den Bau der A 20 verkleinert wird. In einem aktuellen Sachstandsbericht der BImA ist zu lesen, dass auf dem Gelände weiterhin an mehreren Bereichen gleichzeitig gearbeitet wird. Es geht um die Kampfmittelräumung ebenso wie um die Beseitigung sonstiger Altlasten, um die Entsiegelung, um Beweidung und um Naturschutzmaßnahmen.
Die Grünen fordern nun zusammen mit den Partnern in der Mehrheitsgruppe im Kreistag, SPD, FDP und DIE PARTEI, mehr Transparenz über den derzeitigen Stand der Kampfmittelräumung und für die Bevölkerung nachvollziehbaren Zeitplan für die Entwicklung des ehemaligen Truppenübungsplatzes.
„Bei der Weiterentwicklung des Konzeptes sollten Kommunen, Naturschutzverbände, Fachbehörden, Wasserwirtschaft, Tourismusakteure und die Öffentlichkeit frühzeitig eingebunden werden“, so Linn Söderberg-Szymanski, Spitzenkandidatin der Grünen für den Vareler Stadtrat und den Kreistag. „Denn Friedrichsfeld bietet die Chance, zentrale Ziele des Niedersächsischen Weges auf einer großflächigen zusammenhängenden Fläche beispielhaft umzusetzen." Für eine gute Entwicklung des Geländes braucht es jetzt Planungssicherheit, Transparenz und den Mut, die Entwicklung des Gebietes aktiv zu gestalten, darin sind sich alle einig.
Seit Beginn der Arbeiten in Friedrichsfeld wurden bereits rund fünf Tonnen Kampfmittel gefunden und entsorgt. Darunter Brandbomben, Sprenggranaten sowie Phosphor-Handgranaten aus der Zeit der militärischen Nutzung des Geländes.
Ursprünglich war geplant, das Gelände im Herbst 2024 zumindest in Teilen wieder für die Öffentlichkeit freizugegeben. Doch Bauarbeiten auf dem Gelände fördern immer wieder weitere Kampfmittelfunde zu Tage. Auf dem Gelände sind in den letzten Jahren Brutflächen für Kiebitze und Feldlerchen entstanden. Die Arbeiten zur weiteren Entsiegelung sollen in der zweiten Jahreshälfte starten. Wann das Gelände zumindest teilweise wieder betreten werden kann, ist bislang unklar. Was aber klar ist: Es werden künftig allenfalls einige Wege wieder für die öffentliche Nutzung freigegeben. Der größte Teil der Waldflächen sowie des Freigeländes bleiben vermutlich dauerhaft gesperrt.