Kreisverband, Jeverland

Mehr als nur Kriminalität : Manuel von Heugel bringt Licht ins Dunkel des Darknet - Vortrag beim Politischen Stammtisch der Grünen in Jever sorgt für viele Aha-Momente

15.08.2025 · von Reiner Tammen

Das Darknet ist viel mehr als Umschlagplatz für illegale Geschäfte. Es bietet Schutzräume für politisch Verfolgte, ermöglicht die freie Meinungsäußerung in totalitären Regimen, und zugleich stellt Darknet die Ermittlungsbehörden weltweit vor große Herausforderungen. Beim Grünen-Stammtisch Mitte August im Parkhotel in Jever beleuchtete der Marketing-Experte Manuel von Heugel jetzt Chancen und Risiken des Darknets. Die Interessierten erfuhren, dass hinter dem geheimnisvollen Begriff weit mehr steckt und auch Journalistinnen, Aktivisten und Whistleblower in seinem Schutz wichtige Arbeit leisten.

Eingeladen hatten der Grüne Ortsverband Jeverland, die Federführung für dieses regelmäßige Angebot liegt bei der Grünen Ratsfrau Almuth Thomßen aus Jever. Bereits zu Beginn des Abends stellte sich heraus, dass die Anwesenden bislang kaum Kenntnisse über das Darknet hatten, und den Begriff vor allem mit Verbrechen, illegalem Handel und Kinderpornografie in Verbindung brachten. Allenfalls wussten wenige vom Darknet als Schutzraum für sogenannte Whistleblower zu berichten. Schon früh hatte der Referent für alle Gäste eine Überraschung mitgebracht: Jeder und jede hat Zugang zum Darknet, auch wenn von den Anwesenden dies noch niemand ausprobiert hatte.  

Manuel von Heugel machte sehr schnell deutlich, dass „Darknet“ nicht gleichbedeutend mit „kriminell“ ist. Vielmehr handelt es sich um einen geschützten Bereich des Internets, der nicht über herkömmliche Suchmaschinen erreichbar ist und spezielle Zugangssoftware benötigt, wie etwa den „Tor-Browser“. Diese verhindert, dass die Nutzerinnen und Nutzern digitale Spuren hinterlassen, die zum Beispiel Ermittlungsbehörden nachvollziehen können. Zwar ist das Darknet ein Umschlagplatz für illegale Aktivitäten wie Drogenhandel oder Cyberkriminalität, gleichzeitig bietet es aber auch Raum für legitime Zwecke: Journalistinnen, Menschenrechtsaktivisten und Whistleblower können dort sicher kommunizieren und Informationen austauschen, ohne staatliche Überwachung oder Zensur fürchten zu müssen.

Der Vortrag beleuchtete anschaulich sowohl die technischen Grundlagen als auch die verschiedenen gesellschaftliche Aspekte und zeigte an praktischen Beispielen, wie das Darknet funktioniert. In der abschließenden Diskussion nutzten die Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Aspekte einzubringen und Vorurteile abzubauen. Der Abend machte deutlich: Das Darknet ist weder „böse“ noch „heilig“, vielmehr ist es ein Werkzeug. Es schafft wichtige Schutzräume für Menschen, die Anonymität benötigen, und wird zugleich für schwere Straftaten missbraucht. Wer das Phänomen fair beurteilen will, muss beides sehen. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich Privatsphäre-Technik und Ermittlungsmethoden parallel weiterentwickeln, flankiert von politischen Debatten über Sicherheit, Grundrechte und Zensur. Weitere Informationen unter https://vonheugel.de

Der nächste politische Stammtisch der Grünen Jeverland beleuchtet am Mittwoch, den 17. September die Biodiversität des Wattenmeers im Wandel unter dem Motto „Kommen und Gehen“. Referent ist dann Dr. Benedikt Wiggering von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Weitere Informationen unter https://gruene-friesland.de/.


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